Erste Hilfe
Wie erkenne ich eine epileptischen Anfall?
Für
einen Laien lässt sich in der Regel nur ein "großer Anfall" (ein
Grand-mal Anfall) erkennen:
Der
Betroffene verliert plötzlich das Bewusstsein, gleichzeitig tritt gelegentlich
ein plötzliches Aufschreien (Initialschrei) auf. Er stürzt zu Boden, verspannt
sich und zuckt dann mit Armen und Beinen, gelegentlich wird er im Gesicht
bläulich.
So bedrohlich ein Krampfanfall für den Laien auch aussehen mag, er ist für den Betroffenen in der Regel nicht gefährlich oder lebensbedrohlich. Dauert er aber länger als 10 Minuten oder folgen mehrere Anfälle dicht aufeinander, so muss unbedingt ein Arzt hinzugezogen!! oder eine Einweisung des Betroffenen in ein Krankenhaus veranlasst werden.
10
Punkt sollten beachtet werden:
Eine andere Anfallsform sind die "kleinen"
Anfälle (petit-mal), sie sind wesentlich weniger auffällig, so dass selbst der
direkt Umstehende nicht unbedingt erkennen kann, dass der Betroffene gerade
einen epileptischen Anfall hat.
Der
Betroffene kann im Anfall bei Bewusstsein sein. Dabei kann alles in Erscheinung
treten, was das Gehirn als Funktion ausführen kann:
Zuckungen
von einzelnen Muskeln sind möglich, Lidzuckungen, verziehen des Gesichtes
(Grimassen schneiden) oder einfach nur Schmatzbewegungen des Mundes, oder
plötzliches zielloses herumlaufen,
sinnlose
aus dem Zusammenhang herausgerissene Bewegungen, oder unverständliches Reden,
etc.
Sehr
häufig wirken solche Betroffenen auf ihre Umgebung fremdartig "wie
betrunken". Nur viel zu selten zieht man einen epileptischen Anfall in
Betracht.
Hier ist
der Ersthelfer lediglich gefordert, den Betroffenen zu schützen!
Die Gefahr
für den Betroffenen besteht in seinen unkontrollierten Handlungen selbst - er
kann in diesem Zustand der "Umdämmerung" auf die Straße laufen, ohne
auf den Verkehr zu achten, von einer Mauer fallen oder aus dem Fenster steigen
(auch wenn dies im 18. Stock liegt)
Wie schütze ich
einen Menschen in einem epileptischen Anfall?
Bei einem großen
Anfall geht es vor allem darum, Verletzungen durch das heftige Schlagen zu
verhindern, d.h. scharfkantige Gegenstände entfernen, Brille abnehmen,
Zigarette aus der Hand nehmen. Den Betroffenen aus dem Wasser ziehen!
Wenn möglich etwas
unter den Kopf legen (es kann eine Tasche sein, eine Jacke,..),damit dieser
nicht auf den Boden schlägt.
Dabei reicht oft
die eigene Hand vollkommen aus. Mehr ist nicht zu tun!
Das Gleiche gilt
generell für alle anderen Anfallsformen, auch wenn dabei die Verletzungsgefahr
geringer ist, solange der Betroffene nicht hinstürzt.
Wie schütze ich
einen Menschen nach einem epileptischen Anfall?
Dies ist meist der
Zeitpunkt, zu dem der professionelle Ersthelfer eintrifft.
Zunächst sollte man
feststellen, ob der Betroffene sich verletzt hat, der Kopf ist abzutasten, die
Arme und Beine auf Schürfwunden zu untersuchen (evt. ist eine
Tetanusimpfung als Folge notwendig). Dabei sollte man beruhigend mit dem
Betroffenen reden. Wichtig ist sich über die Bewusstseinslage des Betroffenen
klar zu werden: kennt er seinen Namen, das Datum, den Ort.... Ist dies der
Fall, so kann man davon ausgehen, dass er wieder selbstverantwortlich handeln
kann. Wenn nicht, so muss man bei ihm bleiben, um Gefährdungen abzuwenden - den
Betroffenen nicht festhalten, nur einfach in "Griffweite" da sein!
(Quelle:
Epilepsie-Aspekte 4, Deutsche Epilepsievereinigung e.V.)
Egal um welche Form eines Anfalls es sich handelt, muss jedoch daraufhin gewiesen werden, dass die größte Gefahrenquelle im Bereich des Wassers liegt. Die meisten Unfälle mit schwerem Ausgang finden in Zusammenhang mit einem Krampfanfall im Wasser statt - egal ob Badewanne oder Schwimmbad, bitte lassen sie ihr Kind nicht unbeaufsichtigt! Schon ein sogenanntes "Sitzbad" kann zur tödlichen Falle werden, wenn ihr Kind einen Anfall erleidet und keine Kontrolle mehr über seinen Körper hat. Natürliche Gewässer (Meer, Badeseen) stellen durch die Strömmung eine erhöhte Gefahrenquelle dar und sollten gemieden werden.
Die
Johanniter-Unfall-Hilfe bietet interessierten Gruppen ebenfalls Kurse zu
diesem Thema an. Für
nähere Auskunft und Terminabsprachen bitte direkt Kontakt
zur
Johanniter-Unfall-Hilfe aufnehmen. siehe auch: www.juh.de/bayern/schweinfurt
ZURÜCK
zur Hauptübersicht