7. Epilepsie-Seminar

EEG und craniale Bildgebung im Rahmen der Epilepsiediagnostik im Kindesalter

 

 

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Geschäftsführer des Leopoldina Krankenhauses Schweinfurt, Herrn Schmucker, konnten Herr Dr. Gießen, Chefarzt der Kinderklinik und Herr Dr. Unkelbach, Arzt für Kinder- und Jugendmedizin aus Volkach zum diesjährigen Seminar 80 interessierte Teilnehmer begrüßen.

Zu Beginn der Veranstaltung würdigte Herr Dr. Unkelbach das Wirken von Dr. Giesen auf dem Gebiet der Epilepsiebehandlung im Leopoldina-KKH. Gemeinsam mit Herrn Dr. Koch, OA im Leopoldina-KKH verglich er in einer kurzen Zusammenfassung die Therapie und Behandlung anfallskranker Kinder im Krankenhaus und in der Praxis in Bezug auf

            Anzahl der abgeleiteten EEGs

            Aufteilung der verschiedenen Epilepsieformen

            Therapiemaßnahmen und Prognosen

 

 

Als erster Referent hielt Herr Dr. med. Thomas Bast aus der Universitätsklinik Heidelberg einen aufgelockerten, sehr informativen und teils amüsanten Vortrag zu folgenden Thema:

„EEG: Bedeutung bei der Diagnosestellung kindlicher Epilepsie“.

 

Hierbei ging er auf folgende Punkte ein:

            Was wird im EEG gemessen?

            Was sind epileptische Veränderungen?

            Bedeutung des Routine-EEGs

            Langzeit- und Video-EEG

            Geschichtlicher Rückblick

            Entstehung der elektromagnetischen Signale

            Was ist messbar an der Kopfoberfläche?

            Was wird im EEG bewertet?

           

Welche Epilepsien sind durch das EEG eindeutig zu diagnostizieren?

-         Absencen

-         Westsyndrom

-         CSWS

Beispiele von Video-EEG-Aufzeichnungen vervollständigten seine Ausführungen.

 

Wann ist ein Routine-EEG sinnvoll?

Wann ist ein Schlaf-EEG indiziert?

Was tun, wenn das Schlaf-EEG normal ist, aber ein Verdacht auf eine fokale Epilepsie besteht?

 

Studien haben belegt, dass das EEG nur mit zusätzlichen Informationen über die Klinik aussagekräftig ist. Viele gesunde Kinder haben Veränderungen im EEG und keine Anfälle.

Zeigt das EEG keinen Befund, kann man sich nicht darauf verlassen, dass keine Epilepsie vorliegt – das EEG misst nur an der Kopfoberfläche!!!

 

Kurze Vorstellung MRT:

Vorteil: Berührungsfrei, geht durch den Knochen durch  zur Quellenanalyse

Nachteil: Patient muss absolut still liegen, misst nicht an der Oberfläche, bei Zahnspangenträger oder Patienten mit Herzschrittmacher nicht möglich.

Herr Dr. Bast empfiehlt immer MRT gleichzeitig mit einem EEG vorzunehmen, um die Aussagekräftigkeit zu erhöhen.

 

Am Ende seines Vortrags nutzten die Zuhörer die Möglichkeit Fragen zu stellen recht umfangreich.

 

 

Nach Ende des Vortrags bat Herr Dr. Unkelbach die Zuhörer zu einem kleinen Imbiss in die Cafeteria.

 

 

 

 

Herr Dr. Friedrich Woermann, seit 1999 im Epilepsiezentrum Bethel – MRT-Abteilung – tätig, referierte im zweiten Teil der Veranstaltung über das Thema:

„Craniale Bildgebung (MRT) in der Epilepsiediagnostik“

 

Die Kernspintomographie steht an zweiter Stelle der Diagnostik nach dem EEG. Die Patienten sind naturgemäß „komplizierte Patienten“, d.h. die Epilepsie ist nur sehr schwer behandelbar.

 

Bei welchem Erkrankten ist ein MRT sinnvoll:

- normalerweise sollte bei jedem Epilepsiekranke einmal im Leben ein MRT durchgeführt

  werden

- Patienten mit fokalen Epilepsien – bei ganz kleinen Kindern ist das Ergebnis nur sehr

  schwer zu beurteilen

 

Vorteile des MRT:

- keine Nebenwirkungen

- gut tolerierte Untersuchungsmethode

- Weichteilgewebekontrast mehrerer Ebenen

 

Zu beachten:

- Permanentes Magnetfeld, d.h. es gibt Probleme bei Patienten mit Metallimplantaten oder

  Herzschrittmacherpatienten.

- Großes Problem bei Kindern: sie bleiben nicht ruhig liegen und müssen daher meist sediert

              oder narkotisiert werden

 

Folgende Aussagen wurden von Herrn Dr. Woermann getroffen:

Ohne Auffälligkeiten im MRT ist die Behandlung mit Antiepileptika generell von größerem Erfolg geprägt.

Bei schwerer Epilepsie sollte nach Möglichkeit das MRT vor dem 6. Lebensmonat erfolgen, da es hier besser beurteilbar ist.

MRT ist immer nur als Ergänzung zu MRT und Klinik zu betrachten

Flair-Aufnahmen sind zur besseren Beurteilbarkeit sehr wichtig (mit dem zuständigen Radiologen klären.

CT-Aufnahmen sind wichtig, um Kalk zu erkennen.

 

Auch Herr Dr. Woermann stellte sich nach Abschluss seines Vortrages den Zuhörern für Fragen zur Verfügung.

 

gez.     Gabi Hattingh

            Elke Müller