In der Umgangsprache unterscheidet man zwischen "großen" und "kleinen" Anfällen, was jedoch keine Rückschlüsse auf den Verlauf des Krankheitsbildes Epilepsie zuläßt.
Die "großen" Anfälle unterscheiden sich jedoch in ihrem Erscheinungsbild von den "kleinen"
Geschieht solch ein Anfall während des Schlafes, so läßt es sich häufig durch Speichelflecken am Kopfkissen erkennen, das Kind/Jugenlicher hat oft am nächsten Tag starke Kopfschmerzen und fühlt sich "zerschlagen", es kann auch zum einnässen gekommen sein.
Ältere
Kinder haben beschrieben, daß sie kurz vor solch einem tonisch-klonischen
Anfall unbestimmte Angstgefühle oder merkwürdige Gehör-
und Seheindrücke hatten, auch Übelkeit oder unbestimmte Bauchschmerzen
können auftreten.
Es
gibt auch Kinder/Jugendliche die sind schon Stunden/Tage vor solch einem
Anfallsereignis besonders gereizt, nervös, quengelig - woraus anfallserfahrene
Bezugspersonen auf einen kommenden Anfall aufmerksam werden können.
Zu
den "kleinen" Anfällen zählen Absencen,
Blitz-Nick-Krämpfe (BNS-Krämpfe),Blinzel-Anfälle, Sturz-Anfälle,
psychomotorische- und komplex-partielle Anfälle,
etc.
Bei
Absencen
ist das Kind meist nur für einige Sekunden wie träumend abwesend
und nicht ansprechbar, dann wird die angefangene Handlung fortgesetzt als
wäre nichts gewesen. Weswegen diese Anfälle sehr oft gar nicht
erkannt werden oder als dumme Unart des Kindes abgetan werden.
Die
BNS-Krämpfe
bedeuten,
dass sich der Säugling oder das Kleinkind blitzartig für 1-3
Sekunden zusammen krümmen (es wird bildlich mit dem orientalischen
Gruß beschrieben),
was
auch als Schreckhaftigkeit fehl gedeutet werden kann.
Blinzel-Anfälle
oder auch heftige Nickattacken
gehören ebenfalls zu den sog. "kleinen" Anfällen, wobei die Augen
dann wie bei einem Tic heftig zucken. Die stärkere Form dieses Anfalls
nennt man dann Sturz-Anfall,
wobei das Kind durch dieses Zucken z.B. einfach vom Stuhl fällt.
In
diese Reihe der "kleinen" Anfälle gehören auch komplex-partielle
Anfälle, d.h. nur ein Körperteil
wie z.B. der Mund ist betroffen, in diesem Fall würde das Kind unmotivierte
Schluck- oder Kaubewegungen machen; oder aber wieder andere Kinder laufen
plötzlich,völlig zusammenhanglos aus dem Geschehen heraus, ziellos
umher oder fangen an mit den Händen zu nesteln, etc......
Heute
spricht man eher von generalisierten
Anfällen und herdförmigen=fokalen
Anfällen,
wobei
dann die oben aufgeführte Unterscheidung nicht mehr zutreffend ist,
denn generalisiert bedeutet, dass sich das Anfallsgeschehen von Beginn
an auf beide Körperhälfen erstreckt - während bei fokalen
Anfällen sich von Beginn an das Anfallsgeschehen nur auf eine Körperhälfte
bezieht ( dies bedeutet, dass im Gehirn auch nur eine bestimmte Gehirnhälfte
am Krampfgeschehen beteiligt ist).
Was
ist nun ein epileptischer Status?
Alle
epileptischen Anfälle können sich unter besonderen Bedingungen
in kurzen Zeitabständen (Minuten bis Stunden) wiederholen; erlangt
das Kind/Jugendlicher immer wieder das
Bewußtsein, so spricht man von
einer Anfallsserie.
Dauert
ein Einzelanfall länger als 15 Minuten oder erlangt das Kind/Jugendlicher
zwischen mehreren Anfällen nicht das
Bewußtsein, so wird von einem
epileptischen
Status gesprochen.
Bei großen
Anfällen (Grand mal-Anfällen) ist ein solcher Status stets lebensbedrohlich!
und erfordert rasche ärtzliche Hilfe mit anschließender Einweisung
in eine Klinik.
Ein
Status kleiner Anfälle ist zwar weniger gefährlich, wird jedoch
oft als solcher nicht erkannt. Werden diese nicht unterbrochen, können
sie tage- ja wochenlang anhalten. Das Kind/Jugendliche ist dann benommen,
fühlt sich nur noch müde...(Quelle: Unser
Kind hat Anfälle, Epilepsiezentrum Kork) Bei
meinem Sohn hilft bei einer aneinander Reihung solch kleiner Anfälle,
wenn ich ihm etwas, z.B. auf pflanzlicher Basis, zum Schlafen gebe.
Eine Nacht gut durchgeschlafen und die Serie ist unterbrochen und führt
nicht zu einem Status. Aber darüber bitte mit einem Arzt Rücksprache
halten! (Elke D.C.)