Rundbrief
Jahresplanung
Unsere Selbsthilfegruppe
trifft sich monatlich, immer am letzten Mittwoch Abend um 20.00 Uhr, in Gochsheim
in dem Gasthof "zur Rose". Hier finden
die Vereinssitzungen statt und ein allgemeiner Erfahrungs- und Informationsaustausch
. Es nehmen Mitglieder und Nicht-Mitglieder teil. Hier werden neue Eltern
begrüßt und jeder kommt zu Wort.
Über
jedes Treffen wird ein Protokoll verfasst und in einem "Rundbrief" allen Interessenten
zugeschickt.
Das Internet
bietet nun mit Hilfe dieser Homepage allen Personen die interessiert sind,
die Möglichkeit, diesen Rundbrief auf ihrem PC zu erhalten.
Er kann Off-Line
gelesen werden, er kann auch auf die Festplatte zu hause gespeichert werden,
oder sofort ausgedruckt werden.
Es gibt auch
immer interessante Anhänge - leider sind sie nicht im Internet verfügbar
(noch nicht..)
Für
Anregungen, Hinweise, Tips, Beiträge rund um Kinder u. Epilepsie sind
wir sehr dankbar und nehmen sie gerne mit in den Rundbrief auf.
Wir freuen uns auch über Erfahrungsberichte und nehmen sie gerne mit
auf.
Nun viel Spaß bei der Lektüre.....
Am 29.04. traf sich unsere SHG zu einem Vortrag der Volkshochschule, im Schrotturm in Schweinfurt zu dem Thema,
"Epilepsie-Eine Herausforderung im Arbeitsleben"
Frau Sporer unser Schriftführerin war so nett und hat dieses Abend schriftlich zusammengefasst.
Hier zum nachlesen!
Zu diesem interessanten Abend am 29.04.2009 hatte die Volkshochschule in Zusammenarbeit
mit der Epilepsieberatungsstelle Unterfranken, den entsprechenden Selbsthilfegruppen
und dem Integrationsfachdienst Schweinfurt eingeladen.
Frau Johanna Wagner, die in der VHS zuständig
ist für den Bereich Gesundheit und Selbsthilfegruppen, konnte 15 Interessierte
im gemütlichen Schrotturm begrüßen und erteilte zunächst
einmal Herrn German Saam, dem Vorsitzenden des Beirates für Menschen
mit Behinderung das Wort.
Herr Saam zeigte sich sehr erfreut darüber, dass dieses Thema behandelt
wurde. Er berichtete darüber, dass während des Wirtschaftsbooms
in den letzten Jahren etwa 20% Mehrbeschäftigung zu verzeichnen war.
Behinderte Menschen wurden jedoch nur zu 5% mehr beschäftigt! Die Ausrede
der Arbeitgeber, dass man diese Arbeitnehmer ja nie mehr loswerden würde,
ließ Herr Saam nicht gelten. Eine Kündigung erfordere zwar die
Zustimmung des Integrationsamtes, welches aber bei berechtigten Gründen
der Kündigung zustimmen würde.
Da es an diesem Abend besonders um die Schwierigkeiten
im Zusammenhang mit der Epilepsie gehen sollte, kam nun Frau Henrike Staab-Kupke
zu Wort. Sie ist als Dipl. Sozialpädagogin für die Epilepsieberatung
Unterfranken tätig.
Frau Staab-Kupke wies darauf hin, dass sich ein gesundes Maß an Anspannung
positiv auf die Anfallshäufigkeit auswirken könne. Eine Studie aus
Bethel aus dem Jahr 1995 zeigte, dass von 100 Anfällen nur 13 während
der Arbeit eintraten. Die restlichen 87 in der Freizeit. Außerdem trug
in keinem Fall jemand eine ernsthafte Verletzung davon.
Probleme, die in einem Arbeitsverhältnis auftreten können hängen
davon ab, welche Epilepsieform vorliegt, wie häufig Anfälle auftreten
und wie stark die Beeinträchtigungen durch die Medikamente sind. Auch
ein eventuelles Fahrverbot stellt ein Hindernis dar, vor allem, wenn der Arbeitsplatz
nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Manche Tätigkeiten
sind besonders problematisch. Dazu zählen Nacht und Schichtarbeit, Aufenthalt
im Gefahrenbereich von Maschinen und Tätigkeiten mit Absturzgefahr (Dachdecker,
Schornsteinfeger).
Anfallskranke Menschen haben eine um 2,5fach höhere Arbeitslosenquote
als der bundesweite Durchschnitt.
Häufig kommt es zu einer Frühberentung ab dem 40. Lebensjahr. Oft
sind Betroffene unterhalb ihrer Qualifikation beschäftigt.
Um feststellen zu können, ob ein Arbeitsplatz geeignet ist, hat das BGI
Richtlinien festgesetzt.
Zur Schwere von epileptischen Anfällen - insbesondere unter dem Gesichtspunkt
der Selbst- und Fremdgefährdung - werden fünf verschiedene Kategorien
unterschieden, die - von gering bis stark gefährdend - wie folgt umschrieben
sind (vgl. BGI 585 unter 1.1.1, Tafel 1; 1.1.4):
Kategorie "O" - erhaltenes Bewusstsein, erhaltene Haltungskontrolle
und Handlungsfähigkeit;
Kategorie "A" - Beeinträchtigungen der Handlungsfähigkeit
bei erhaltenem Bewusstsein mit Haltungskontrolle
Kategorie "B" - Handlungsunterbrechung bei Bewusstseinsstörung
mit Haltungskontrolle
Kategorie "C" - Handlungsfähigkeit mit/ohne Bewusstseinstörung
bei Verlust der Haltungskontrolle
Kategorie "D" - unangemessene Handlungen bei Bewusstseinsstörungen
mit/ohne Haltungskontrolle
Beim Bewerbungsgespräch gibt es zwar keine
Hinweispflicht auf latente Gesundheitsgefahren, konkrete Fragen müssen
jedoch wahrheitsgemäß beantwortet werden.
Gibt es keine Einschränkung bezüglich der Fahrtauglichkeit, geht
man davon aus, dass es auch keine Einschränkung im Beruf gibt.
Personen, die eine Schwerbehinderung haben, müssen diese dem Arbeitgeber
gegenüber nicht zwingend mitteilen, kommen dann aber natürlich auch
nicht in den Genuss der Vorteile (z.B. zusätzliche Urlaubstage).
Bei allen die Epilepsie betreffenden Fragen
findet man Ansprechpartner bei der
Epilepsieberatung Unterfranken.
Eine weitere Anlaufstelle in Bezug auf Probleme
mit dem Arbeitsplatz ist der
IFD (Integrationsfachdienst). Deshalb war auch Frau Yvonne Röll (Dipl.Psychologin)
zu dieser Veranstaltung eingeladen worden um diese Institution vorzustellen.
Arbeitssuchende Menschen mit Behinderungen erhalten vom IFD individuelle Einzelbetreuung
und Unterstützung bei der Suche nach einem ihren Einschränkungen
entsprechenden Arbeitsplatz. Auftraggeber sind u. a. die Agentur für
Arbeit, die Stadt Schweinfurt als optierende Kommune, die ARGE, Rentenversicherungsträger
und Berufsgenossenschaften.
Beschäftigte schwerbehinderte Menschen sowie Arbeitgeber können
sich bei allen Fragen bezüglich Behinderung und Beruf an den IFD wenden.
Auch bei auftretenden Problemen am Arbeitsplatz oder bei der stufenweise Wiedereingliederung
nach längerer Krankheit steht der IFD beratend zur Seite. Gemeinsam mit
dem Ratsuchenden entwickelt er Perspektiven für die individuelle Situation
und erarbeitet Lösungswege. Ziel ist die dauerhafte Integration von Menschen
mit Behinderungen in den Arbeitsprozess.
Hier finden Sie die Adressen und Telefonnummern zur Kontaktaufnahme:
¢ STIFTUNG JULIUSSPITAL WÜRZBURG
Epilepsieberatung Unterfranken
Juliuspromenade 19
97070 Würzburg
Tel.: 0931/393-1580
¢ ifd
¢ Londonstraße 20
97424 Schweinfurt
Telefon 09721 1724-0
Gez.
Heike Sporer (SHG Eltern anfallskranker Kinder Main Rhön)
Zusammenfassung von 11. Epilepsie-Seminar in Schweinfurt
CA Dr. Herrmann, OA Dr. Koch von der Kinderklinik
des Leopoldina - Krankenhauses, Neuropädiater Dr. Unkelbach und die Leiterin
der SHG für Eltern anfallskranker Kinder Elke Müller konnten sich
auch in diesem Jahr über ein großes Interesse am Epilepsieseminar
freuen. Alle 120 Sitzplätze waren besetzt, als Chefarzt Dr. Herrmann
die Begrüßungsworte sprach. Dr. Reinhard Koch und Dr. Stephan Unkelbach
gaben einen Rückblick über die letzten Seminare und konnten davon
berichten, dass seit 2007 nun schon bei sechs Patienten die Implantation eines
Vagusnervstimulators (VNS) am Leopoldina-Krankenhaus vorgenommen werden konnte.
Anstoß, sich in der Klinik auf solch einen Eingriff vorzubereiten, hatte
ein Epilepsieseminar zu diesem Thema gegeben
Die dafür notwendige Langzeitnachbetreuung gewährleisten nach wie
vor Dr. Koch, Dr. Unkelbach und Dr. Bettendorf.
Nun konnte Dr. med. Reinhard Keimer begrüßt
werden, der sich bereiterklärt hatte, über das Thema
Epilepsie- Kopfschmerz- Migräne zu referieren. Dr. Keimer ist Leiter
des Schwerpunktes Neuropädiatrie am Olgahospital in Stuttgart und hat
sehr große Erfahrung mit Kindern, die an den verschiedensten Arten von
Kopfschmerz leiden.
Grundsätzlich lassen sich zwei große Gruppen von Kopfschmerzen
unterscheiden:
Von primären Kopfschmerzen spricht man dann, wenn der Kopfschmerz selbst
die Erkrankung ist. Die häufigsten Formen sind die Migräne und der
Spannungskopfschmerz.
Von sekundären Kopfschmerzen spricht man, wenn die Beschwerden das Symptom
einer anderen Erkrankung oder Störung sind.
Epilepsie und Migräne sind zwei vollständig unterschiedliche Erkrankungen,
die jedoch gehäuft als Komorbiditäten (sozusagen in Gesellschaft)
auftreten.
Kopfschmerzen - nicht notwendigerweise Migräne - können präiktal
(vor), iktal(während) oder postiktal (nach einem Anfall) auftreten. Zusätzlich
kann eine Aura einen epileptischen Anfall auslösen (Migralepsie). Häufig
werden präiktale und iktale Kopfschmerzen jedoch übersehen, da das
Anfallgeschehen diese überschattet.
Obwohl sich Migräne und Epilepsie grundlegend unterscheiden, weisen sie
eine Gemeinsamkeit auf - die neuronale Übererregbarkeit.
Zur Migräneprophylaxe werden deshalb auch Wirkstoffe wie Valproinsäure
und Topiramat eingesetzt, die auch bei Epilepsie Anwendung finden.
Die Behandlung von Kopfschmerzen kann in drei
Stufen erfolgen:
1. Behandlungsversuch mit Minzöl (Euminz), Auflegen von Kühlelementen
und Verordnung von ausreichendem Schlaf
2. Gabe von Schmerzmitteln wie Ibuprofen, Paracetamol, Metamizol, Ass, Metoclopramid
oder Domperidon
3. Verordnung von Triptanen, wobei eine frühzeitige Einnahme empfohlen
wird, damit das Medikament wirken kann
Da Kopfschmerzen oft durch Stress ausgelöst
werden, kann auch eine Verhaltenstherapie, Akupunktur oder Muskelentspannung
nach Jakobsen zur Besserung beitragen.
Außerdem gibt es auch ein Migräne- Patientenseminar (Mipas), ähnlich
dem Famoses Programm für Anfallskranke. Info unter: www.mipas-zirkel.de
Nach einer kurzen Kaffeepause wurde Herrn Dr.
med. Martin Wenzel das Wort erteilt. Dr. Wenzel ist Chefarzt des Mariaberg
Fachkrankenhauses für Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Er sprach über mentale Behinderung und Verhaltensstörungen bei Epilepsie.
Ca. 36,4% der anfallskranken Kinder haben körperliche oder mentale Beeinträchtigungen.
Auf einer Landkarte verdeutlichte er das noch sehr lückenhafte Netz bei
der stationären psychiatrischen Versorgung von Kindern mit geistiger
Behinderung. Während die Versorgung im Ruhrgebiet, in Nord und Ostdeutschland,
sowie in Baden- Württemberg recht gut ist, gibt es in unserer Region
keine Behandlungsmöglichkeit. Deshalb sei es sehr wichtig, dass ein geplantes
Projekt in Würzburg umgesetzt wird.
Epilepsiekranke Kinder haben ein erhöhtes Risiko, auch an einer Psychose
zu erkranken.
Psychosyndrome sind psychische Veränderung des Menschen als Folge einer
organischen Erkrankung des Gehirns .
Da manche Antikonvulsiva Auswirkungen auf die
Psyche haben, rief Dr. Wenzel dazu auf, bei der Auswahl des Medikamentes auch
diesen Aspekt zu berücksichtigen.
Mögliche psychische Nebenwirkungen von Antiepileptika sind z.B.
-Müdigkeit
-Konzentrationsstörung
-Verlangsamung
-Leistungsabfall
-Reizbarkeit - Aggressivität
-depressive Verstimmungen
-motorische Unruhe
-exogene Psychosen
Nach einer kleinen Fragerunde bedankten sich Dr. Koch und Dr. Unkelbach bei allen Beteiligten und kündigten eine Fortsetzung der Seminarreihe für März 2010 an. Wir sind schon gespannt auf die nächsten Themen!
Gez.:
Heike Sporer
SHG Eltern anfallskranker Kinder Main-Rhön
Zusammenfassung vom 10. Epilesie-Seminar in Schweinfurt
10. Epilepsieseminar Schweinfurt
15. März 2008 Leopoldina Krankenhaus
SELBSTHILFEGRUPPE FÜR ELTERN ANFALLSKRANKER KINDER MAIN - RHÖN e.V.
Epilepsien bei Kindern und Jugendlichen
- Grundsteine der Langzeitbetreuung -
Bereits zum 10. Mal konnte das bewährte Organisationsteam um CA Dr. Herrmann, OA Dr. Koch von der Kinderklinik des Leopoldina - Krankenhauses, Neuropädiater Dr. Unkelbach und die Leiterin der SHG für Eltern anfallskranker Kinder Elke Müller zu einem interessanten Seminar einladen. Besonders die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Wissenschaftlern und den Betroffenen scheint den Reiz dieser Veranstaltung auszumachen, denn genauso bunt gewürfelt waren die 120 Zuhörer, die sich im Vortragsraum des Leopoldina- Krankenhauses versammelt hatten.
Nach den Begrüßungsworten von Dr.
Reinhard Koch gab Dr. Stephan Unkelbach einen Rückblick über die
letzten neun Seminare und betonte, dass die Seminare viele positive Entwicklungen
zur Folge gehabt hätten. So konnte im November 2007 die erste Implantation
eines Vagusnervstimulators (VNS) am Leopoldina - Krankenhaus durchgeführt
werden. Anstoß, sich in der Klinik auf solch einen Eingriff vorzubereiten,
gab ein Epilepsieseminar zu diesem Thema.
Die dafür notwendige Langzeitnachbetreuung gewährleisten Dr. Koch,
Dr. Unkelbach und Dr. Bettendorf. Eine zweite Implantation soll noch in diesem
Frühjahr stattfinden. 12 weitere Patienten stehen bereits auf der Warteliste
mit hoher Dringlichkeitsstufe.
Nachdem während des letzten Seminars klar wurde, welche Probleme mit
der Begutachtung im Zusammenhang mit dem Führerscheinerwerb auftreten,
legte Herr Dr. Unkelbach im letzten Jahr eine Prüfung ab, um entsprechende
Gutachten erstellen zu können. Ab Juli wird auch Dr. Koch diese Begutachtung
durchführen können.
Nach den Begrüßungsworten beglückwünschte
auch Prof. Dr. Fuat Aksu (Chefarzt der Vestischen Kinder- und Jugendklinik
in Datteln) die Initiatoren zu diesem, wie er meinte, nicht selbstverständlichen
Jubiläum, bevor er zu seinem Vortrag über die
Antikonvulsive Dauertherapie: Wann fange ich an? - Wann höre ich auf?
überleitete.
Dass diese banal klingende Frage nicht in einem Satz zu beantworten ist, wurde
ziemlich schnell klar. Zuerst einmal muss geklärt werden, ob überhaupt
eine Epilepsie vorliegt. Nach einem einzelnen Anfall spricht man noch nicht
von einer Epilepsie.
Oft entstehen Gelegenheitsanfälle nur durch provozierende Faktoren, wie
Schlafentzug, Lichtreize oder Alkoholmissbrauch. Dann kann es genügen,
wenn der Patient diese Einflüsse vermeidet.
Ein anderer Auslöser für Krampfanfälle können Hirntumore
oder Zysten sein. Hier muss zunächst einmal die Grunderkrankung behandelt
werden.
Erst nach einem zweiten oder dritten Anfallsereignis muss man von einer Epilepsie
ausgehen und eine antikonvulsive Behandlung in Erwägung ziehen. Um ein
wirksames Medikament finden zu können, müssen im Vorfeld viele Überlegungen
stattfinden. An welcher Art von Epilepsie leidet der Patient? Mit Hilfe von
Anamnese, neurologischer Untersuchung EEG, MRT und Labor muss eine gesicherte
Diagnose erstellt werden. Dies macht eine Klassifizierung der Epilepsieform
möglich.
Die Prognose der jeweiligen Epilepsieform ist ebenso zu berücksichtigen,
wie das Alter und die Lebensumstände des Patienten um ein geeignetes
Präparat zu finden. Der Patient soll durch die Medikation möglichst
anfallsfrei werden, ohne von den Nebenwirkungen allzu sehr beeinträchtigt
zu werden.
Im Normalfall beginnt man mit einer Monotherapie und beobachtet den Verlauf
der Erkrankung.
Wird mit dem ersten Medikament keine Besserung erreicht, oder treten starke
Nebenwirkungen auf, stellt man auf ein anderes Präparat um. Erst wenn
auch das nicht zu einem befriedigenden Ergebnis führt, wird man eine
Kombinationstherapie in Erwägung ziehen.
- 2 -
Tritt der Idealfall ein, und der Patient ist
anfallsfrei, können folgende Faktoren zu einem frühzeitigen Absetzen
des Medikamentes veranlassen:
¢ Nebenwirkungen wie Gewichtsentwicklung, Schlafstörungen, Verhaltensauffälligkeiten,
kognitive und schulische Beeinträchtigung.
¢ Interaktionen mit anderen Medikamenten (z.B. Pille).
Doch auch bei einem problemlosen Verlauf sollte unter Berücksichtigung
der Prognose über ein Absetzen des Medikamentes nachgedacht werden. Je
nach Art der Epilepsie wird das nach einem bis drei Jahren empfohlen. Professor
Aksu stellte dazu verschiedene Studien vor, die jedoch in sofern problematisch
zu bewerten sind, als sie das Alter des Patienten nicht berücksichtigen.
Auch beim Absetzen des Medikamentes hängt es wieder von der Epilepsieform
ab, wie hoch das Risiko eines Rückfalls (Rezidivs) einzuschätzen
ist.
Außerdem werden folgende Faktoren als ungünstig für ein Absetzen
eingeordnet:
¢ Epilepsiebeginn in der Adoleszenz
¢ Symptomatische Ätiologie in der Epilepsie
¢ Juvenile myoklonische Epilepsie
¢ Mehr als ein Antiepileptikum erforderlich, zur Erreichung der Anfallsfreiheit
¢ Pathologischer neurologischer Befund
¢ Intelligenzminderung/ Mentale Retardierung
¢ Epilepsiespezifische Potenziale im EEG vor Beginn des Absetzens
¢ Kurze Dauer von Anfallsfreiheit (weniger als 2 Jahre)
¢
Nach einer kurzen Diskussionsrunde bedankte sich Dr. Koch für den interessanten
Vortrag und lud zu einer kurzen Kaffeepause ein, bevor Dr. Ulrich Bettendorf
,Arzt für Kinder und Jugendmedizin in Hirschaid das von ihm mitentwickelte
Schulungsprogramm vorstellte:
"famoses"( Modulares Schulungsprogramm
Epilepsie für Familien)
Bei diesem Schulungsprogramm handelt es sich um eine Weiterentwicklung des
etablierten Programmes "Moses".
Während "Moses" anfallskranke Erwachsene als Zielgruppe hat,
sollte nun ein Schulungsprogramm für anfallskranke Kinder und/ oder deren
Eltern entstehen.
Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiteten Mediziner, Psychologen Sozialpädagogen
und Betroffene zusammen. Ein Graphiker kümmerte sich um die Illustrierung
des Arbeitsmateriales für den Kinderkurs.
Unter Anleitung von zwei ausgebildeten Trainern
werden die Kinder als Matrosen spielerisch auf "See" geschickt,
um auf den angesteuerten Inseln mehr über ihre Erkrankung zu erfahren.
Auf der "Schatzinsel" und dem "Fungus Rock" lernen sie
durch unterschiedlichste Methoden die Antworten auf viele Fragen kennen: Was
ist Epilepsie? Wie wird sie herausgefunden? Sind alle Anfälle gleich?
Was hilft bei Epilepsie? Auf der Ferieninsel wird dann über alle Probleme
gesprochen, die die kleinen Patienten persönlich bewegen. Sind die Kinder
dann am Ende der Reise angekommen haben sie sich durch ihr erlerntes Wissen
ihr Kapitänspatent erarbeitet, das ihnen feierlich überreicht wird.
Im gleichen Zeitraum beschäftigen sich die Eltern unter Anleitung von
zwei weiteren Trainern auf "Erwachsenenniveau" in etwa mit den gleichen
Themen: Grundkenntnisse über Epilepsie, Diagnostik, Therapie, Prognose
und Entwicklung und das Leben mit Epilepsie.
Das Ziel des Kurses für beide Teilnehmergruppen ist es
¢ Epilepsie kennen und verstehen zu lernen, bzw. vorhandenes Wissen zu
erweitern
¢ Einblick in Untersuchungsmethoden und Behandlungsmöglichkeiten
zu bekommen
¢ Einen aktiven Umgang mit Epilepsie zu finden, der ein Leben mit wenig
Einschränkungen
ermöglicht.
¢ Abbau von Ängsten
¢ Verbesserung medizinischer Parameter, Anfallsfrequenz
Das Arbeitsmaterial bekommt jeder Teilnehmer am Ende des Kurses mit nach Hause um auch später noch mal etwas nachschlagen zu können. Wann und wo famoses- Schulungen stattfinden erfährt man im Internet oder über die Epilepsie- Beratungsstellen.
Gez. Heike Sporer
SHG für Eltern anfallskranker Kinder, Region Main- Rhön
Rundbrief
Februar 2006
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Hier ist der Rundbrief Januar 2004
Hier ist der Rundbrief November 2003
der Baum führt Sie zu einem Glühwein
der besonderen Art...
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Hier ist der Rundbrief September 2003
Hier ist der Rundbrief Juni 2003
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Hier ist der Rundbrief April 2003
hier kann man etwas Musik dazu hören
Hier ist der Rundbrief März 2003
Hier ist der Rundbrief Februar 2003
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